01.04.21

Klosterkirche ist kein Museum

Pfarrerin Christine Eppler wechselt innerhalb des Bezirks von Wankheim-Jettenburg nach Lustnau Nord-Bebenhausen und gehört seit 1. März dem Tübinger Distrikt an. In einem coronagemäßen Gottesdienst wurde sie von Dekanin Elisabeth Hege zu ihrem neuen Dienst eingesetzt.

Es ist ein denkwürdiger Ort, an dem Pfarrerin Christine Eppler am Palmsonntag durch Dekanin Elisabeth Hege in ihren Dienst als Gemeindepfarrerin eingesetzt wurde. Nach 10-monatiger Vakanz übernimmt Eppler die Pfarrstelle Lustnau Nord – Bebenhausen. Die Klosterkirche Bebenhausen war nach Vorschrift nur spärlich besetzt, dennoch war der Gottesdienst sehr feierlich. Die musikalische Gestaltung übernahm der reduzierte Kirchenchor unter der Leitung der Dirigentin Judith Looney und des Organisten Bernd Schaal. Die Freude der Anwesenden war deutlich zu spüren und zu hören. Denn Eppler ist in Bebenhausen keine Unbekannte. Im Rahmen der Gemeindevisitation im Jahr 2009 moderierte sie gemeinsam mit den damals in den Kirchengemeinderäten Verantwortlichen das Gemeindeforum. Bei den Bebenhausener Klostertagen war die Theologin regelmäßig zu Gast. Nach 15,5 Jahren wechselt nun die 58-jährige innerhalb des Kirchenbezirks von der Pfarrstelle Wankheim-Jettenburg, die sie bis 2014 gemeinsam mit ihrem Mann Dr. Matthias Burger innehatte, nach Lustnau-Bebenhausen.

Aufgewachsen in Balingen, studierte Eppler in Tübingen, Münster und Edinburgh. Ihren Dienst begann sie im Hohenlohischen. Als Vikarin in Crailsheim, Pfarrerin in Döttingen-Steinkirchen a.Kocher und Wankheim-Jettenburg wisse sie, was es bedeutetet, im Team zu arbeiten und sonntags Doppelgottesdienste zu feiern. In der neuen Gemeinde erwarte sie eine auf 75% reduzierte Pfarrstelle. Mit 25% übernimmt Eppler die Seelsorge in zwei Altenpflegeheimen. Das erfordere gute und präzise Absprachen und vieles müsse neu justiert werden, betonte Dekanin Elisabeth Hege. Die Wertschätzung für die Seelsorgerin war aus den Worten der beiden Zeugen zu spüren. Vorgänger Pfarrer Manfred Harm freute sich über die Wahl von Eppler und wünschte ihr Segen, Kraft und Realismus für die neue Aufgabe. Beate Braun, langjährige  Kirchengemeinderätin aus Wankheim-Jettenbrug schaute dankbar zurück auf die gemeinsame Zeit und überreichte Eppler und den beiden Töchtern einen Blumenstrauß.

In der Predigt, die die neue Pfarrerin hielt, sprach sie über die „Wolke der Zeugen“ aus dem Hebräerbrief, die in der Bebenhausener Klosterkirche geradezu spürbar und greifbar sei und verwies dabei auf die lange Geschichte des Klosters und viele namhafte Vorgänger. „Wir sind nicht solistisch unterwegs, wir brauchen die Gemeinschaft“, sagte Eppler. Der Predigttext bleibe aber nicht in der Vergangenheit, sondern fordere uns auf, nach vorne zu schauen und den Mut nicht zu verlieren.

Der Lustnauer Pfarrer und zukünftiger Kollege von Eppler, Stephan Glaser, die beiden KGR-Vorsitzenden von Lustnau und Bebenhausen Christof Tränkle und Katrina Kress wiesen auf die bereits geänderte Geschäftsordnung hin, versprachen eine kollegiale Zusammenarbeit und überreichten einen Rosenstock, der wie das Leben sowohl Dornen, als auch Blüten bereithalte.