03.05.21

Kirchenbezirksopfer 2021

Im Jahr 2021 sammeln die Kirchengemeinden Geld für die Arbeit der Telefonseelsorge. Das Angebot erfordert einen großen Einsatz. Personell, organisatorisch und finanziell. Spenden Sie mit!

Das Kirchenbezirksopfer 2021 des Evangelischen Kirchenbezirk Tübingen erbitten wir für die Arbeit der „Telefonseelsorge“.

Dazu die Leiterin der Telefonseelsorge, Ute von Querfurth:

Wir hören zu -  das ist einer der Slogans, mit denen die TelefonSeelsorge auf ihr Angebot aufmerksam macht.  Und das Angebot steht, gerade auch jetzt.  In vielen Gesprächen wird deutlich, dass die Not der Menschen, durch die Pandemie oft noch verschärft wird. Manchmal wird etwas deutlicher, was vorher schon latent vorhanden war –z.B die   Einsamkeit von Alleinlebenden, oder Partnerschaftskonflikte, die sich jetzt in besonderer Weise zuspitzen.   Aber auch die ehrenamtlich Mitarbeitenden sind betroffen: einerseits natürlich in ihren individuellen Lebensbezügen, aber auch in der Telefonseelsorge hat sich seit dem Frühjahr letzten Jahres vieles verändert. Statt persönlichen Kontakten, Fortbildungen und Supervisionen gibt es Videokonferenzen. Viele Mitarbeitende vermissen den direkten persönlichen Austausch, das unmittelbare Erleben der TS-Gemeinschaft.  Gleichzeitig gibt es viel Dankbarkeit, in einer solchen Situation für die Ratsuchenden da sein zu können, denn das ist die TelefonSeelsorge weiterhin, rund um die Uhr.

Einige Stimmen der Ehrenamtlichen möchte ich hier zu Wort kommen lassen:

„In dieser Zeit, in der ich mich von den Geschehnissen unaufhörlich hin- und hergewirbelt fühle, gibt mir die Arbeit bei der TS eine wohltuende Konstante und das warme Gefühl gerade jetzt ungeheuer sinnstiftend wirken zu können. Ich versuche, den Menschen in ihren unterschiedlichen Nöten eine kurze Zeit mein Herz zu öffnen und mein Ohr zu geben. Wenn ich am Telefon sitze, bleibt das ganze stürmische Außen vor der Tür, ich komme zur Ruhe, gebe, nehme und lade dabei meinen Akku wieder auf.“

„Die Dienste bei der Telefonseelsorge sind in dieser Zeit sehr intensiv.

Viele Anrufe drehen sich um das Thema Pandemie. Menschen, die krank, einsam, isoliert, unsicher sind, sind jetzt kränker, einsamer, isolierter und verunsicherter. Es ist oft schwer auszuhalten, weil man ja „nur“ zuhören, da sein kann.

Ich bin ja ebenfalls betroffen, mein Leben hat sich ebenfalls verändert. Auch ich habe keine Lösung und keine Wahrheit. Aber das Da Sein, das Zuhören ist das Wertvolle, das was Sinn macht. 

Wenn ich das Gefühl habe eine Stütze oder Trost für den Anrufenden sein zu können, dann stärkt mich das auch. Es ist gut, dass es die Telefonseelsorge gibt. Es ist gut, dass ich Teil davon bin.“

 „Die Anrufenden sind dankbar dafür, dass es die TS gibt und dass jemand da ist, der ihnen zuhört. So oft „danke" habe ich noch selten hören dürfen. Das tut auch mir gut.“

 Oder , wie es eine andere Mitarbeiterin zusammenfasst:

„Ohne „echten“ Kontakt, ohne Berührung könne es keine Empathie, keine tiefe Begegnung geben, habe ich vor Kurzem gehört. Als Volk von Abstandhaltern und Maskenträgern würden wir gnadenlos vereinsamen. Stimmt das so?, frage ich mich, während ich im frisch gelüfteten Dienstzimmer vor dem desinfizierten Schreibtisch sitze, die Hände gründlich gewaschen, mein nur für mich vorgesehenes Head-Set auf dem Kopf. Das Telefon klingelt, Telefonseelsorge, guten Morgen! Schön, dass ich durchgekommen bin, sagt die Stimme. Haben Sie ein bisschen Zeit für mich? Gern, sage ich, und wir machen uns gemeinsam auf die Reise, ein bisschen ängstlich vielleicht, aber auch neugierig und offen. Es geht durch verdammt menschenfeindliche Landstriche, an Abgründen vorbei, in denen die Schuld lauert, und der Wind, der uns um die Ohren pfeift, ist scharf und kalt und verletzend. Das ist ja kaum auszuhalten, sage ich. Ja, antwortet die Stimme. Gut, dass Sie dabei sind!

Keine tiefe Begegnung ohne echten, ohne physischen Kontakt? Falsch, denke ich. Ganz falsch!“

Ich bin dankbar für die Solidarität der Ehrenamtlichen, die auch unter erschwerten Bedingungen weiter so engagiert ihren Dienst tun und die Erreichbarkeit der TelefonSeelsorge gewährleisten. Und wir hoffen und freuen uns auf Zeiten, auf denen es die Menschen wieder leichter haben, und persönliche Begegnungen, auch in unserer Gemeinschaft wieder möglich sind.

Bitte unterstützen Sie uns, damit wir Halt geben können!
Herzlichen Dank!

Ihre
Ute von Querfurth
Leiterin der Telefonseelsorge


Evangelischer Kirchenbezirk Tübingen
Kreissparkasse Tübingen
IBAN: DE56 6415 0020 0000 0120 36
BIC: SOLADES1TUB
Stichwort: Telefonseelsorge

Weitere Informationen unter Telefonseelsorge und Flyer der Telefonseelsorge