05.03.21

Gesundes Essen für alle

"Gesund ist es nur, wenn's für alle gesund ist"
Impuls von der Pastorin der Evangelisch-methodistischen Kirche in Tübingen Dorothea Lorenz

„Ab jetzt kaufen wir keine Wurst mehr“. Verwundert schauten vier Augenpaare meinen Mann an, als er beim Essen unvermittelt diesen Satz losließ. Was war nur in ihn gefahren? Er ist keiner, der autoritäre Ansagen macht. Und dann erklärte er uns, dass wir dringend unseren Fleischkonsum reduzieren müssen. „Was wir und alle anderen in Deutschland essen, ist für die Natur nicht mehr verkraftbar,“ und er sagte, dass keine Generation vor uns jemals so viele Fleisch- und Wurstprodukte gegessen habe. Die Massenproduktion gehe zulasten der Tiere, aber auch der Landwirte. Sie kaufen das Ferkel für rund 40 Euro ein, investieren 60 Euro in Futter pro Tier. Und nach Abzug aller Kosten bleiben nach monatelanger Haltung nur 20 Euro pro Tier.“ Lasst uns ein, bis zweimal in der Woche gutes Fleisch kaufen. Das ist eh viel gesünder“ Dieses Gespräch am Esstisch ist rund ein Jahr her. Wir haben uns auf die Idee eingelassen und heute vermissen wir nichts mehr. Morgen, am 07. März, ist der „Tag der gesunden Ernährung“ Ich bin der Meinung, gesund ist Ernährung nur, wenn sie für niemanden Nachteile bringt. Als Christin möchte ich so leben, dass ich mein Verhalten vor mir selbst, vor Gott und vor meinen Mitmenschen rechtfertigen kann. Ich möchte nicht gedankenlos essen. Ich möchte mir nicht meinen Braten schmecken lassen, wenn das Tier dafür mit Soja aus Brasilien gefüttert wurde und ich damit den Klimawandel weiter pusche. Jesus hat gesagt: „an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ Er meinte damit: an ihren Taten. (Matthäus 7,20). Das Reden und das Handeln sollen zusammenpassen. Eine Landwirtin beklagte in einem Interview die Kluft zwischen „Sagen“ und „Tun“ „Alle sagen, die Tierhaltung muss besser werden, doch kaum einer ist bereit, für Fleisch einen fairen Preis zu bezahlen.“ Jesus hat, als er von den Früchten gesprochen hat, davor gewarnt, sich von falschen Meinungen einlullen zu lassen. Es ist so menschlich, sich von einem Lockangebot hinreißen zu lassen und auf die zu hören, die Genuss ohne Nachdenken propagieren. Doch so leicht entlässt Jesus mich nicht aus der Verantwortung. Schließlich steht im gleichen Kapitel der Satz: „Handle so, wie du auch behandelt werden willst.“ Ich weiß, dass ich Gottes Schöpfung noch nicht gut genug behandle. Doch weniger Tierprodukte ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Weitere Ideen gibt es hier: www.klimafasten.de