05.04.19

Thomas Dreher wird Klinikseelsorger

Thomas Dreher ist neuer geschäftsführender Pfarrer der evangelischen Klinikseelsorge am Tübinger Universitätsklinikum (UKT).

Der 58-Jährige beginnt am Montag, 15. April, seinen Dienst. Einen Monat später, am 15. Mai, setzt ihn Dekanin Elisabeth Hege im Rahmen eines Gottesdienstes um 16.30 Uhr in der Medizinischen Klinik des UKT in sein Amt ein.

Dreher folgt auf Mathias Schmitz, der im Herbst in den Ruhestand gegangen ist. „Ich freue mich, in ein gut funktionierendes und gut aufgestelltes Team hineinzukommen“, sagt der evangelische Pfarrer im Blick auf seine neue Aufgabe. Neben ihm gibt es am Universitätsklinikum noch sechs weitere evangelische Seelsorger und Seelsorgerinnen sowie sieben katholische. Mit dem ökumenischen Team hat sich Dreher bereits zu einer zweitägigen Klausur getroffen. „Da ist sehr viel Fachkompetenz versammelt“, sagt er anerkennend.

Der neue Geschäftsführer hat neun Jahre Erfahrung in Sachen Klinikseelsorge am Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim gesammelt und eine dreijährige Ausbildung in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie absolviert. In der Klinik sei er jedoch „in allererster Linie Seelsorger“ und nicht Psychotherapeut, betont Dreher. Aber natürlich komme ihm seine psychologische Ausbildung zugute. „Ich kann diagnostisch denken“, so Dreher, und er habe ein Grundverständnis für psychosomatische Zusammenhänge und für die Psychodynamik, die durch eine Krankheit entstehe. Seelsorge sei niederschwelliger, nennt Dreher einen Unterschied zur Psychotherapie und fügt hinzu, als Seelsorger habe er keinen „Behandlungsauftrag“, sondern die Freiheit, „für den Menschen da zu sein, wie er es braucht“ – im Gespräch, im Zuhören oder im Gebet.

Als Vorsitzender des Krankenhaus-, Kur- und Reha-Seelsorgekonvents der Landeskirche hat der Pfarrer die Situation und die Interessen aller evangelischen Krankenhausseelsorger in Württemberg im Blick und vertritt sie gegenüber dem Oberkirchenrat und in der Öffentlichkeit.

Mit seinem Umzug nach Tübingen kehrt Thomas Dreher an den Ort seiner Geburt zurück. Allerdings hat er nur die ersten drei Jahre seines Lebens in der Universitätsstadt verbracht. Aufgewachsen ist er in Esslingen. Nach dem Zivildienst hat er in Bielefeld, Hamburg und im US-amerikanischen Philadelphia Theologie studiert. Vikar war Dreher in Ballendorf-Börslingen in der Nähe von Ulm und Pfarrvikar zur Dienstaushilfe bei Dekanin Marianne Koch, der ersten Frau, die in Württemberg einen Kirchenbezirk leitete. Nach über zwölf Jahren Gemeindepfarrdienst an der Martin-Luther-Kirche in Bietigheim-Bissingen wechselte der Theologe 2010 als Klinikseelsorger nach Bad Mergentheim.

Thomas Dreher ist verheiratet. In seiner Freizeit widmet er sich gerne der Familienforschung. So hat er sich intensiv auf die Spuren seines Großvaters begeben, der Missionar in Papua Neuguinea war. Daneben reist und liest der neue Klinikseelsorger gerne und fotografiert, vornehmlich Architektur und Landschaften. Im Vorstand der in Bad Boll ansässigen Blumhardt-Sozietät kümmert er sich um das geistige Erbe eines bekannten Kollegen: des Pfarrers und Seelsorgers Christoph Friedrich Blumhardt.