06.01.21

Impuls: "Segen in meinem Haus"

Wenn der Segen ein ganzes Jahr in meinem Haus wohnt.
Ein Impuls von Medienpfarrerin Magdalena Smetana

Segen in meinem Haus

Ich mag es, wenn sie an meiner Tür klingeln – die Sternsinger. „20*C+M+B+20“ schrieben sie vor einem Jahr mit Kreide an die Tür meines Pfarrhauses. „Christus segne dieses Haus“, das ist die Bedeutung dieser drei Buchstaben. Es war sehr schön Tag für Tag durch diese Tür zu gehen und mir jedes Mal bewusst zu machen: hier wohnt der Segen. Gerade im letzten Jahr hat es mir Kraft gegeben und Zuversicht. Ich freute mich und hoffte sehr, dass die Sternsinger auch in diesem Jahr an meiner Tür klingeln. Doch sie kommen nicht. Wegen der zweiten Welle musste auch diese Aktion abgesagt werden. Schade. Denn auch im Jahr 2021 könnte ich den Segen in meinem Haus gut gebrauchen. Vieles ist neu bei mir und ungewiss, nicht nur wegen der Pandemie. Ich weiß wenig über das, was kommen wird. Termine in meinem Papierkalender trage ich nur mit einem Bleistift ein, wer weiß, ob sie stattfinden. Einen Urlaub zu planen kam mir noch nicht in den Sinn. Und ob ich meine alte Mutter in Prag in absehbarer Zeit sehen kann, bleibt offen. Und ich frage mich, wie geht es weiter?

So ähnlich haben es auch die Heiligen drei Könige erlebt. Die biblische Geschichte, die mit diesem Tag verbunden ist, erzählt von Plänen und Umwegen, von Hoffnungen und Enttäuschungen. Sie erzählt von Menschen, die auf der Suche sind und sich auf den Weg machen. Die drei Weisen aus dem Morgenland folgen in der Geschichte einem besonders hellen Stern. In den alten Schriften haben sie gelesen, dass dieser Stern eine große Bedeutung hat. Er kündigt einen König, einen Herrscher an, der das Volk Israel retten, der ein Licht in die Dunkelheit der Welt bringen soll. Und so suchen die Drei nach einem König. Natürlich nach einem mit Krone und rotem Hermelinmantel. Natürlich im Palast – wo denn sonst? Die drei Weisen aus dem Morgenland finden den König. Nur nicht dort, wo sie ihn erwartet haben. Nicht in der Hauptstadt und auch nicht im prächtigsten Gebäude des Landes, in dem alles so hell glänzt, dass der Stern am Himmel verblasst. Ja, sie finden ihn, aber sie müssen sich von ihren eigenen Erwartungen verabschieden und neue, unbekannte Wege gehen.

So ist das Leben. Mein Leben. Immer wieder. Gott ist da, wo ich nicht mit ihm rechne, wo es mühsam und dunkel ist. Gott ist da, wo meine Pläne sich wie Seifenblasen in der Luft auflösen. Gott ist da mit seinem Segen. Auch in diesem Jahr. Auch in meinem Haus. 20*C+M+B+21