09.05.20

Was mir Zuversicht gibt

Ein Impuls von Daniel Rempfer, Jugendreferent/Diakon beim Evangelischen Jugendwerk Tübingen.

Mein Alltag ist auf den Kopf gestellt. Die gewohnte Arbeit, die liebgewonnenen Freizeitbeschäftigungen, der Besuch bei Freunden und Familie – nahezu alles findet gerade gar nicht oder wenn dann nur in sehr ungewohnter Weise statt. Das fordert mich heraus – und bringt mich von Zeit zu Zeit an meine Grenzen. Dazu kommen noch die erschütternden Berichte über Menschen, die schwer erkrankt sind, die nicht mehr wissen wie es finanziell weitergehen soll oder die im familiären Zusammenleben durch Streit, Stress oder Enge nicht mehr zurechtkommen. Bei mir persönlich merke ich immer wieder wie schwierig es ist, klare Gedanken und Entscheidungen zu fassen, wenn um mich herum so vieles im Unklaren ist.

In dieser Zeit der Pandemie ist mir seit Mitte März wieder ganz neu bewusst geworden, wie verletzlich ich doch bin. Wie sehr mein geplantes Leben auch von nicht Planbarem bestimmt wird. Es braucht nur ein winzig kleines Virus und schon sind meine Umwelt und mein Leben erschüttert. Und so sehr ich es mir vielleicht auch wünsche, es gibt dafür keine Absicherung. Letztlich ist gerade jeder neue Tag ein Versuch, mit der Situation klarzukommen und sich ein Stück Hoffnung und Optimismus zu bewahren.

Was ich in dieser Zeit aber auch neu erfahren darf, ist die Zuversicht aus meinem Glauben. Gerade in den Notzeiten, das spüre ich jetzt, lässt sich neue Hoffnung aus der Beziehung mit dem lebendigen Gott schöpfen. Er ist mir nah. Das erlebe ich wenn ich die Bibel lese.  Da begegnen mir immer wieder Erzählungen und Worte, die mir Mut machen. Im Gespräch mit Gott, dem Gebet,  begegnet er mir als Gegenüber, der mir auch in den schwierigsten Zeiten seine Hand reicht und mich auf meinem Lebensweg begleitet und wenn nötig trägt. In digitalen Angeboten kann ich trotz allen Kontaktverboten Gottesdienste mitfeiern und Predigten anhören. Und nicht zuletzt finde ich gerade auch in dem großen Liedschatz der Kirche Texte, die mir einen neuen Horizont eröffnen. Texte, die es schaffen, mich aus meinen sorgenvollen Gedanken herauszuziehen. Dazu gehört für mich ein Lied von Jacques Berthier aus Taizé, dessen Text ich Ihnen als Zusage und Ermutigung in die neue Woche mitgeben möchte: „Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht: Christus, meine Zuversicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.“