13.05.19

Gott geht mit

Ein Impuls von der leitenden Jugendreferentin im CVJM Tübingen Angela Schwarz.

Viele junge Menschen feiern an den kommenden Sonntagen ihre Konfirmation. Meine eigene liegt über 25 Jahre zurück. Wenn ich mir die Fotos von damals anschaue, muss ich schmunzeln. Meine Haarfrisur, die Brille, der Rock und die Bluse – Neunziger eben. Total altbacken. Nicht so mein Konfirmationsspruch. Ich durfte ihn selber aussuchen und er begleitet mich bis heute: „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn; er wird‘s wohlmachen.“ (Psalm 37, Vers 5).

Es gibt so viele Wege, die möglich sind. Heute noch weitaus mehr als 1991. Das ist ein Luxus und gleichzeitig eine Last. Denn oft fällt die Entscheidung schwer. Welcher Beruf ist der richtige für mich? Soll ich eine Ausbildung machen oder lieber ein Studium? Oder gleich beides? Welche Partnerin, welcher Partner passt zu mir? Will ich mich überhaupt binden? Und wenn ja, an wen? Wo will ich leben? Und wie? Ich habe bei wichtigen Entscheidungen gute Erfahrungen mit Pro-und-Contra-Listen gemacht. Das Abwägen von Argumenten klärt vieles. Aber die emotionale Ebene lässt sich meist schwerer fassen. Da bin ich hin- und hergerissen und habe manchmal Angst mich falsch zu entscheiden.

Der Bibelvers lenkt meine Gedanken zu Gott: „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn; er wird‘s wohlmachen.“ Im Gebet vertraue ich mich Gott an. Ich erzähle ihm, was mich beschäftigt, nenne meine Fragen, meine Zweifel, meine Befürchtungen. Im Gespräch mit ihm wird mir klar: Es gibt nicht den einen Weg, den ich unbedingt finden muss. Das macht mich gelassen. Ich vertraue darauf: Gott geht mit. Egal wie ich mich entscheide. So kann ich mutig eine vorläufige Entscheidung treffen. Bei schwierigen Entscheidungen hilft mir das. Denn so kann ich eine Entscheidung treffen, losgehen, unterwegs prüfen und im Zweifel revidieren, falls ich doch daneben liege. Bis dahin hoffe ich darauf, dass Gott nicht nur mitgeht, sondern es auch wohlmacht, sprich: gut macht, also seinen Segen dazu gibt. Mit diesem Zweiklang aus Argumenten und Gebet habe ich schon viele gute Entscheidungen getroffen.

Euch, die ihr konfirmiert werdet, wünsche ich die wichtige Erfahrung: Gott geht mit. Er hält euch, wenn es holprig wird. Er führt euch weiter, wenn ihr auf der Stelle tretet. Habt den Mut Gott zu vertrauen. Und lasst euch nicht irre machen von den vielen Chancen und Möglichkeiten, die euch geboten werden. Es gibt viele gute Wege. Ihr werdet euren Weg finden.