13.10.20

Pressemitteilung: Lasst unser Schiff frei!

Evangelische Kirchengemeinde Talheim kritisiert die Festsetzung des deutschen
Seenotrettungsschiffes Sea-Watch 4.

Am 19. September wurde das Seenotrettungsschiff 'Sea-Watch 4 powered by United4Rescue' von
den italienischen Behörden im Hafen von Palermo festgesetzt. Als Bündnispartner von
United4Rescue setzt sich die evangelische Kirchengemeinde Talheim für die sofortige Freilassung
des Schiffes ein.
Die "Sea-Watch 4" war seit August im Einsatz. Sie liegt im Hafen von Palermo, nachdem sie am 2.
September 353 gerettete Menschen an eine Quarantänefähre übergeben hatte.
Nach einer elfstündigen Inspektion der italienischen Hafenkontrolle ist die "Sea-Watch 4" in Palermo
festgesetzt worden. Tatsächlich erfüllt das Schiff alle Sicherheitsvorgaben des deutschen
Flaggenstaates, wie die deutschen Behörden Sea-Watch erst im Juli bestätigt haben. Mit der Sea-
Watch 4 wird zum fünften Mal ein ziviles Rettungsschiff an der Rückkehr in den Einsatz gehindert.
Diese Inspektionen sind politisch motiviert und dienen allein dem Zweck, Rettungsoperationen zu
verhindern.
Gemeinsam mit United4Rescue fordern wir die italienischen Behörden auf, die Sea-Watch 4
umgehend freizulassen und das Ende der Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung.
Mit der Kriminalisierung der Sea-Watch 4 kriminalisiert die italienische Regierung nicht nur die
Retter, sondern auch die über 600 zivilgesellschaftlichen Partner, die das Bündnis zur zivilen
Seenotrettung unterstützen. Die Evangelische Kirchengemeinde Talheim ist dem Bündnis
United4Rescue beigetreten, weil man keine Menschen ertrinken lässt.
Über United4Rescue
United4Rescue unterstützt als unabhängiger, gemeinnütziger Verein die zivile Seenotrettung auf dem
Mittelmeer. Im Januar 2020 ermöglichte United4Rescue den Kauf der Sea-Watch 4 als zusätzliches
Rettungsschiff. Darüber hinaus unterstützt United4Rescue auch andere zivile
Seenotrettungsorganisationen, damit niemals ein Rettungsschiff aufgrund fehlender finanzieller
Mittel nicht auslaufen kann.
Das Bündnis vereint mehr als 600 große und kleine Organisationen, Initiativen, Unternehmen,
Vereine und Stiftungen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen.
Bündnispartner*innen sind u.a. der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), World Vision Deutschland,
der Koordinierungsrat der Muslime und die Evangelische Kirche in Deutschland.

Folgende Gemeinden aus dem Kirchenbezirk Tübingen unterstützen ebenfalls das Seenotrettungsschiff Sea-Watch 4:
Kirchengemeinde Dettenhausen
Kirchengemeinde Rottenburg
Kirchengemeinde Tübingen Dietrich-Bonhoeffer-Kirche
Kirchengemeinde Tübingen Eberhardskirche
Kirchengemeinde Tübingen Martinskirche
Kirchengemeinde Tübingen Stiftskirche

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Seenotrettung United4Rescue.