22.02.21

Neue Vikar:innen im Kirchenbezirk

Zwei Mal im Jahr, jeweils am 1. April und 1. Oktober, beginnen in Württemberg Vikariatskurse - der Vorbereitunsdienst für das Pfarramt. Das Vikariat dauert zweieinhalb Jahre. In unserem Kirchenbezirk sind seit Oktober vier Vikar:innen, die wir heute vorstellen.

Mein Name ist Lukas Bauschert und ich bin seit Oktober 2020 Vikar in den Gemeinden Pfäffingen, Poltringen und Oberndorf. Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Teilort von Ludwigsburg, dort habe ich auch mein Abitur gemacht. Danach absolvierte ich ein freiwilliges Soziales Jahr in Neapel in einem Zentrum für benachteiligte Kinder und Jugendliche. In meiner Freizeit treibe ich gerne Sport, habe seit der Geburt unserer Tochter das Spazierengehen für mich entdeckt und züchte im Frühjahr/Sommer mein eigenes Gemüse auf dem Balkon. Kirche soll in meinen Augen vielfältig und offen sein. Das Kirchengebäude ein Ort, an dem jede*r willkommen ist, an dem die Menschen zusammenkommen können, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern, zu beten oder zur Ruhe zu kommen. Kirche sollte auch weiterhin in wichtigen kirchenpolitischen bzw. politischen Debatten Stellung beziehen. Ich wünsche mir, dass die Verkündigung des Evangeliums auch in Zukunft viele Menschen erreicht und ihnen Hoffnung gibt. Ich will Pfarrer werden, weil ich gerne mit unterschiedlichen Menschen zusammenarbeite und mir die unglaubliche Vielfalt an dem Beruf gefällt. Mein Vater ist selbst Pfarrer, daher kenne ich den Alltag des Pfarrberufs. Gerade für das Familienleben finde ich es gut, dass man sich Termine relativ flexibel legen kann und auch noch Zeit für die Familie bleibt. Ich tausche mich gerne mit anderen Menschen aus und finde es selbst sehr bereichernd, wenn sie mir von ihren Erfahrungen mit Gott berichten. Ich freue mich vor allem auf die Gottesdienste und die Kasualien.

Mein Name ist Katharina Klein-Leis. Seit Oktober bin ich nach fünfzehn Semestern Studium in Tübingen, Edinburgh und Berlin Vikarin in Dettenhausen. Theologische Fragen haben mich schon früh begeistert und Kirche war für mich stets ein Ort, an dem ich mich geborgen fühle. Ich hoffe, dass ich dieses Gefühl der Geborgenheit und des Angenommen-Seins als Pfarrerin weitergeben kann – sei es im gemeinsamen Gottesdienst-Feiern, beim Frauenfrühstück oder in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Ich wünsche mir, dass Kirche ein Ort ist und wird, an dem sich jede*r willkommen und angenommen fühlt. Ich freue mich, dafür auch neue Wege und Formen zu finden und Kirche als offenen und vielfältigen Raum innerhalb der Gesellschaft mitzugestalten. Neben Theologie und Kirche schlägt mein Herz für meinen Mann, Sonntage mit der Familie oder Freunden. Einen cremigen Cappuccino mit Sojamilch zu feministischer Literatur und eine gute Krimiserie am Abend.

Mein Name ist Prisca Scheffbuch und ich bin Vikarin in Kusterdingen. Während meines Studiums, das mich von Tübingen nach Oslo, Jerusalem, Greifswald und Berlin geführt hat, ist mir die Universalität von Liturgie neu aufgefallen. Egal, ob der Gottesdienst Berlin, im lutherischen Norwegen oder evangelisch in Jerusalem gefeiert wurde, stellte mich die Liturgie immer wieder neu als Mensch vor Gott. Im sonntäglichen Gottesdienst werde ich Sünderin, Gerechtfertigte, Lobende, Hörende, Schwester und Gesegnete. Sollte ich ihn unter der Woche verpasst haben – im Gottesdienst werde ich mit Gott und meinem Nicht-Gott-Sein konfrontiert. Das erdet und befreit mich. Ich finde, das kann nur Kirche. Ich freue mich, Vikarin im schönen Kirchenbezirk Tübingen zu sein und auf hoffentlich bald mögliche Begegnungen mit den KollegInnen.

Daniel Zimmermann, Dußlingen - aufgewachsen bin ich als drittes von insgesamt vier Kindern in einem Württembergischen Pfarrhaus. Nach meinem Abitur mit humanistischem Schwerpunkt am Esslinger Georgii-Gymnasium im Sommer 2006 verbrachte ich das darauffolgende Jahr in Buenos Aires, Argentinien, wo ich meinen Zivildienst in Form eines "Anderen Dienstes im Ausland" in einem kirchlichen Sozialprojekt für Obdachlose und Straßenkinder absolvierte. Im Wintersemester 2007/2008 nahm ich dann ein Studium der Germanistik und Romanistik an der Eberhard Karls Universität Tübingen auf. Über Umwege kam ich schließlich zur Theologie, wo ich im Anschluss an mein Examen im Herbst 2015 meine theologischen Studien im Rahmen einer systematisch-theologischen Dissertation zu G. E. Lessings Religionsphilosophie vertiefen durfte. Meine Frau habe ich übrigens im Konfirmandenunterricht kennengelernt. Wir sind seit über zwölf Jahren verheiratet und haben drei Söhne im Alter von 2-8 Jahren. Kirche soll ein Ort sein, an dem die Froh-Botschaft von Jesus Christus aller Welt verkündet und glaubwürdig (vor)gelebt wird. Als "Gemeinschaft der Heiligen" soll Kirche einen Vorgeschmack geben auf das Reich Gottes, das sich am Ende aller Zeiten auch als unsere Wirklichkeit durchsetzen wird - nämlich in Gestalt einer neuen Welt, in der jede einzelne unserer Tränen getrocknet sein wird, weil "der Tod nicht mehr sein wird, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz" (Offb. 21,4). Als Pfarrer will ich in meinem Denken, Tun und Sagen am Kommen dieses Friedensreiches mitarbeiten und meinen Mitmenschen durch Verkündigung und tätige Nächstenliebe ein Zeugnis dieser Hoffnung geben.

 

Vikarinnen und Vikare v.l.n.r.: Lukas Bauschert, Prisca Scheffbuch, Katharina Klein-Leis, Daniel Zimmermann