Evangelischer Kirchenbezirk Tuebingen
Evangelischer Kirchenbezirk Tuebingen
24.03.21

Bericht zur Visitation ist da

Bei der Synode des Kirchenbezirks Tübingen stellte Prälat Dr. Christian Rose seinen Bericht zur Bezirksvisitation vor.
Schwerpunkt der Tagung war die Seelsorge während der Pandemie.

Die Synode des Evangelischen Kirchenbezirks Tübingen kam am Montag, 22. März 2021 digital zu ihrer Frühjahrstagung zusammen. Der Bezirkssynode gehören Delegierte aus den 42 Kirchengemeinden des Bezirks an.

Nach der Andacht der neuen Medienbeauftragten des Kirchenbezirks, Pfarrerin Magdalena Smetana, wurde sie und die neue Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Tübingen, Esther Peylo, begrüßt.

Der Reutlinger Regionalbischof, Prälat Dr. Christian Rose, berichtete über die Visitation des Evangelischen Kirchenbezirks Tübingen, die er im Oktober 2020 durchführte. Durch die Corona-Pandemie fand sie unter erschwerten Bedingungen statt. Rose besuchte Einrichtungen des Kirchenbezirks und sprach darüber hinaus auch mit Vertretern des öffentlichen Lebens über ihre Wahrnehmung von Kirche. In den Gesprächen sei deutlich geworden, wie sehr Corona die kirchliche und die diakonische Arbeit präge.

Die Visitation im Diakonischen Werks Tübingen fand gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Diakonie Württemberg Dieter Kaufmann statt. Kaufmann stellte fest: „Die diakonische Bezirksarbeit zeichnet sich aus durch einen gut arbeitenden Grunddienst und weitere Fachdienste.“ 

Im Bereich Seelsorge habe sich ein besonderer Schwerpunkt im Kirchenbezirk ausgebildet, der sich auch im Haushalts- und Stellenplan zeige. „Seelsorge ist Kernaufgabe und ‚Markenkern‘ der Kirche“, so Rose. Die Klinikseelsorge genauso wie die Altenheimseelsorge stünden dabei vor neuen Herausforderungen. Corona und die Digitalisierung spielten auch in der ökumenischen Psychologischen Beratungsstelle eine große Rolle. Rose lobte zudem das hohe Engagement der Telefonseelsorge Neckar-Alb, die eine gestiegene Zahl an Anrufen verzeichnete. Die Notfallseelsorge finde hohe Anerkennung. Es solle jedoch geprüft werden, ob sie zukünftig auf mehrere Schultern verteilt werden könne.

Bei der Kindergartenarbeit hob Prälat Rose hervor, dass der Kirchenbezirk Tübingen frühzeitig eine Bezirksträgerschaft initiiert habe, um die Kirchengemeinden zu entlasten. Hier liege inzwischen ein großes Engagement des Kirchenbezirks. Wichtig sei die Zusammenarbeit mit den Kommunen und Kirchengemeinden, genauso wie die Verbesserung der digitalen Ausstattung der Einrichtungen.

Die Jugendarbeit geschehe in den Kirchengemeinden vor Ort durch CVJMs und Jugendwerke. Das Bezirksjugendwerk vernetze und unterstütze diese Arbeit mit Fortbildungen und bezirksweiten Angeboten. Da die bisherige 25%-Jugendpfarrstelle aufgrund des Pfarrplans wegfalle, suche man nach einem verlässlichen Bindeglied zwischen Jugendarbeit und Pfarrerschaft.

Die Bezirksvisitation bot die Möglichkeit, auch mit Partnern aus der Kommunalpolitik, dem Gemeinwesen und der Wirtschaft in Kontakt zu kommen. Rose berichtete über Gespräche u.a. mit den Bürgermeistern im Landkreis, mit Abgeordneten des Wahlkreises, mit der katholischen Kirche und mit Vertretern des Pietismus ebenso wie in einem namhaften Tübinger Betrieb. Positiv überrascht sei er über die Erwartung gerade aus dem nichtkirchlichen Bereich an die seelsorgerliche Kompetenz der Kirchen.

In manchen Gesprächen habe Rose ein deutliches Ringen um eine geistliche Deutung der Pandemie wahrgenommen. Gottesdienste unter Corona- Bedingungen wurden als Herausforderung beschrieben, aber auch neue Möglichkeiten und inspirierende Erfahrungen wurden benannt.

„Wir bleiben gefordert, mit den Menschen ins Gespräch zu gehen, ihre Erfahrungen zu hören, ihre Trauer zu teilen, sich von ihrer Hoffnung anstecken zu lassen“, sagte Rose zum Abschluss seines Berichtes und fügte hinzu: „Eins ist sicher: Auch in diesem Jahr feiern wie wieder Ostern und damit den Gott des Lebens.“

Im weiteren Verlauf beschäftigten sich die Synodalen mit der Seelsorge als Schwerpunkthema des Kirchenbezirks, das in vielen Arbeitsbereichen, hauptamtlich und ehrenamtlich, während der Corona-Krise eine besondere Rolle spielte. Pfarrerin Hanna Hartmann berichtete aus der Seelsorge im Gemeindepfarramt, Pfarrer Thomas Dreher zeigte Veränderungen im Bereich der Klinikseelsorge und Diakonin Martina Bosch die Entwicklung in der Alten- und Pflegeheimseelsorge im vergangenen Jahr auf. Erfahrungen, Fragen und Ideen wurden anschließend in kleinen Gesprächsrunden ausgetauscht.  Einstimmig beschlossen wurde eine Kollekte für die Arbeit der Telefonseelsorge Neckar-Alb. Mit einem Bericht aus der Landessynode der Württembergischen Landeskirche durch die Tübinger Synodalen Prisca Steeb (Lebendige Gemeinde) und Hans-Ulrich Probst (Offene Kirche) schloss die Bezirkssynode.

 

Prälat Dr. Rose bei der digitalen Vorstellung des Visitationsberichts