26.07.19

Über tausend Stunden praktisches Engagement

23 Schülerinnen und Schüler haben sich zu Schülermentoren für die Mitgestaltung in der Schule und der kirchlichen Jugendarbeit ausbilden lassen.

Zum Abschluss des Schuljahrs konnte Diakon und Religionslehrer Frank Wurster von der Fachstelle Jugendarbeit-Schule-Kirche seinen Schützlingen ihre Zertifikate überreichen.

Acht Schülerinnen und Schüler der Französischen Schule in Tübingen und 15 Schülerinnen und Schüler der Merian-Gemeinschaftsschule auf dem Höhnisch konnten die von Kultusministerin Susanne Eisenmann und dem Leiter des Evangelischen Jugendwerkes in Württemberg, Cornelius Kuttler, unterzeichneten Zertifikate entgegennehmen. Für diese Auszeichnung sollten die Mädchen und Jungs auf dem Höhnisch in den letzten beiden Schuljahren 40 Theorie- und ebenso viele Praxisstunden absolvieren. Zum Ende das Ausbildung war es dann sehr erfreulich, dass sie die vorgeschriebenen 600 Stunden um ein Drittel auf 900 Praxisstunden erweitert haben. Dieser Einsatz kam den Arbeitsgemeinschaften, den Pausenspielen und den Schulevents im Rahmen der Ganztagesschule zugute.

Die Jugendlichen in Tübingen haben an einem einjährigen Programm mit je 15 Theorie- und Praxisstunden teilgenommen und dürfen sich „Junior-Schülermentoren“ nennen. Hier flossen die Praxisstunden in die Power Girls-AG, die Koch-AG, die Theater-AG und in die Kinderkirchen der Kirchengemeinden ein.

„Soziale Verantwortung lernen“ heißt das Kooperationsprojekt zwischen dem Kultusministerium und der kirchlichen Jugendarbeit. In einer mehrtägigen Schulung zu Beginn und mehreren Seminartagen hat Frank Wurster mit den Schülerinnen und Schülern ein Persönlichkeitstraining absolviert und ihnen gruppenpädagogische Basics beigebracht. Zwischen den Seminartagen sollten die Mädchen und Jungs praktische Erfahrungen sammeln. Bei der Bäckerei Gehr haben die Jugendlichen unter fachkundiger Anleitung von Schuldekan, Joachim Heese, selbst gebackene Lebkuchen hergestellt und Tage danach zugunsten der Schulseelsorge verkauft. Die Ausbildung „ist absolut klasse und cool“, kann man in einem Statement eines Schülers lesen. „Ich habe hier einiges gelernt, was nicht zum Bildungsplan der Schule gehört. Für den Umgang mit anderen Menschen und mein späteres Leben hilft es unheimlich.“, schreibt eine Schülerin der Gemeinschaftsschule.

Auch in anderer Hinsicht habe sich die Ausbildung gelohnt, weiß Frank Wurster: Das Zertifikat helfe bei der Bewerbung um einen Ausbildungs- oder Studienplatz. Mit deren Einverständnis hat der Diakon Namen und Adressen der zertifizierten Schülermentoren den Pfarrern und Jugendarbeitern in ihren Heimatorten weitergegeben. Schließlich soll das Zertifikat nicht Schluss- sondern Doppelpunkt sein.

Die in Württemberg einmalige Fachstelle Jugendarbeit-Schule-Kirche wurde vor sieben Jahren vom Evangelischen Kirchenbezirk Tübingen ins Leben gerufen und stellt ein Bindeglied für die Jugendlichen zwischen Schule und kirchlicher Jugendarbeit dar. Verschiedene Angebote und Projekte (z.B. Mentorenausbildung, Prüfungs-Vorbereitungstage, Multiplikatoren-Schulungen, Prüfungssegen etc.) gehören zum jährlichen Ablauf.

Frank Wurster