31.07.20

Schülermentoren leisten soziales Engagement

Auszeichnung über praktisches Engagement eingebracht und dadurch Soziale Verantwortung gelernt trotz Corona und Schulschließung.

Tübingen/Kirchentellinsfurt/Mössingen. 40 Schülerinnen und Schüler aus dem Evangelischen Kirchenbezirk Tübingen haben sich zu Schülermentoren für die Mitgestaltung in der Schule und der kirchlichen Jugendarbeit ausbilden lassen. Trotz Corona und Schulschließung im März konnten fast alle Schülerinnen und Schüler die Praxiseinsätze absolvieren und die Ausbildung abschließen. Zum Abschluss des Schuljahrs konnte Diakon und Religionslehrer Frank Wurster von der Fachstelle Jugendarbeit-Schule-Kirche seinen Schützlingen ihre Zertifikate überreichen.

Acht Schülerinnen und Schüler der Französischen Schule in Tübingen, 22 Schülerinnen und Schüler der Graf-Eberhard-Schule in Kirchentellinsfurt und 10 Schülerinnen und Schülern der Jenaplan-Schule in Mössingen konnten die von Kultusministerin Susanne Eisenmann und dem Leiter des Evangelischen Jugendwerkes in Württemberg, Cornelius Kuttler, unterzeichneten Zertifikate entgegennehmen. Für diese Auszeichnung sollten die Mädchen und Jungs in Mössingen und Kirchentellinsfurt in den letzten beiden Schuljahren 40 Theorie- und ebenso viele Praxisstunden absolviert.

Zum Ende das Ausbildung war es dann sehr erfreulich, dass sie die vorgeschriebenen Stunden (600) um ein Drittel auf 900 Praxisstunden erweitert haben. Dieser Einsatz kam den Arbeitsgemeinschaften, den Pausenspielen und den Schulevents im Rahmen der Ganztagesschule zugute.

Die Jugendlichen in Tübingen haben an einem einjährigen Programm mit je 15 Theorie- und Praxisstunden teilgenommen und dürfen sich „Junior-Schülermentoren“ nennen. Hier flossen die Praxisstunden in die Überraschungs-AG, die Parkur-AG, die Robotik-AG, Schülerzeitung und bei einer Kindertagesstätte ein.

„Soziale Verantwortung lernen“ heißt das Kooperationsprojekt zwischen dem Kultusministerium und der kirchlichen Jugendarbeit. In einer mehrtägigen Schulung zu Beginn und mehreren Seminartagen hat Frank Wurster mit den Schülerinnen und Schülern ein Persönlichkeitstraining absolviert und ihnen gruppenpädagogische Basics beigebracht. Zwischen den Seminartagen sollten die Mädchen und Jungs praktische Erfahrungen sammeln. Die Ausbildung „ist absolut klasse und cool“, kann man in einem Statement eines Schülers lesen. „Ich habe hier einiges gelernt, was nicht zum Bildungsplan der Schule gehört. Für den Umgang mit anderen Menschen und mein späteres Leben hilft es unheimlich.“, schreibt ein Schüler der Gemeinschaftsschule.

Auch in anderer Hinsicht habe sich die Ausbildung gelohnt, weiß Frank Wurster: Das Zertifikat helfe bei der Bewerbung um einen Ausbildungs- oder Studienplatz. Sollte es im neuen Schuljahr unter Corona-Bedingungen möglich sein, können die zertifizierten Schülermentoren als Jugendbegleiter selbständige AGs in ihrer Schule, Kirchengemeinde und Verein anbieten. Schließlich soll das Zertifikat nicht Schluss- sondern Doppelpunkt sein.

Die in Württemberg einmalige Fachstelle Jugendarbeit-Schule-Kirche wurde vor acht Jahren vom Evangelischen Kirchenbezirk Tübingen ins Leben gerufen und stellt ein Bindeglied für die Jugendlichen zwischen Schule und kirchlicher Jugendarbeit dar. Verschiedene Angebote und Projekte (z.B. Mentorenausbildung, Prüfungs-Vorbereitungstage, Multiplikatoren-Schulungen, Prüfungssegen etc.) gehören zum jährlichen Ablauf.

Frank Wurster

 

Schülermentoren der Graf-Eberhard-Schule in Kirchentellinsfurt